Mittwoch, 14. Januar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

2009

Dies vorab: Falls jemand doch nicht die „Brot statt Böller“-Maxime in die Tat umgesetzt haben sollte, so hat er/sie die Dinge doch hoffentlich für kommende fußballerische Groß- und Kleinereignisse und für diverse Stadionbesuche aufgehoben (natürlich nicht die ganz großen, logo!, viel zu gefährlich).

Ansonsten fing ja das Jahr recht korrekt an, u.a. mit flotten Barca-Siegen. Und auch nicht so schönes gab es: z.B. Real-Siege. Man sehnt sich förmlich Bernd the blonde angel Schuster zurück. Dessen deutschen Fatalismus hat der Neue, Juande Ramos, natürlich nicht zu bieten. Jedoch könnte er durchaus eines Tages mit der Truppe erfolgreich sein, leider und schnüff.
Doch es gibt noch Unschöneres im neuen Jahr, und es hat auch mit Real Madrid zu tun (haben das eigentlich alle unschönen Sachen?): sie machen dort in ihrer Hauptstadt was ganz doll Schönes kaputt, nämlich die good old Demokratie, treten sie mit Füßen usw. – Bei der Generalversammlung des Vereins am 7. Dezember des vorigen Jahres, bei der es um nicht unerhebliche Finanzentscheidungen ging, soll Präsident Calderon eine Gruppe von Leuten eingeschleust haben, die dann bei der Abstimmung teilnahmen (jep, richtig geraten: zu seinen Gunsten), die jedoch gar nicht zu den Delegierten gehörten und zum Teil noch nicht einmal Mitglieder bei Real sind (was irgendwie schon wieder putzig ist – man stelle sich vor, Calderon irrt in der Madrider Innenstadt umher und versucht irgendwelche Leute anzuhauen, ob sie nicht mal eben für ihn bei so einer Sache für ihn abstimmten könnten ...). Man hatte ja bereits davon munkeln gehört. Allerdings ging es vor ein paar Wochen noch darum, dass Calderon mit ein paar Jungs von den Ultras Sur (böse Fans) bei der Abstimmung auftauchte, wahrscheinlich um noch ein wenig die Werbetrommel für sein ruinöses Finanzgebaren zu rühren und nebenbei ein wenig Entscheidungshilfe zu geben. Die Abstimmung verlief dann auch zu seinen Gunsten. Und: Erfolg gibt einem recht. Nun soll eine Untersuchungskommission die Sache aufklären. Gähn.
Aber vielleicht ließ man da in Madrid nur den Worten Taten folgen, man bedenke das ganze „Postdemokratie“-Gerede der letzten Zeit (gut, in Deutschland ist das noch nicht richtig angekommen, hier gilt solch ein Begriff wohl schon als obszön, also lieber nicht drüber nachdenken und sprechen). Also einige – und das sind nicht irgendwelchen durchgeknallten, faschistischen Fanatiker – meinen, dass sich unsere politische Kultur, ja unser politisches System zu ändern habe, sich ändern werden müsse, auf Grund neuer Gegebenheiten innerhalb und außerhalb der demokratischen Nationen. Und natürlich, wie immer: Real kann einfach nicht anders und ist mal wieder voll und ganz Avantgarde. Impavidum ferient riunae. (Horaz – Den Furchtlosen werden noch die Ruinen tragen.)

Und ab ins nächste Land mit Problemchen im politischen System (das hier aber keiner überheblich wird, verstanden!?): Italia. Müsste eigentlich hier schon wieder was über Becks schreiben. Will ich aber nicht. Find’s nur bewundernswert von seinen Kollegen – was hat Milan doch für eine starke Truppe –, dass sie ihn von nun an 89 Minuten mit über den Platz schleppen müssen. So lange dauerte nämlich sein Einsatz beim AS Rom, 2:2, beide Milan-Tore vom 19-jährigen Pato (sic!). Becks hat schön gejubelt, fand ich. Juve nun mit vier Punkten an Inter dran ... nun, wir wollen nicht alles dramatisieren.

Weltfußballer 2008: Cristiano Ronaldo ... aber das war doch letztes Jahr! Hehe.
Weltfußballer of the aktuelle year bzw. gerade: Lionel „la pulga“ Messi. (Mit und ohne Ball übrigens, wie Aletico-Trainer Aguirre feststellte.)

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