Dienstag, 17. Februar 2009

Der Südligenbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Das Derby und schon wieder das Darwin

Alle, oder zumindest viele, Augen waren am Sonntagabend auf die Stadt gerichtet, die einer Minestrone, die durch viel grünes Gemüse eine entsprechende Farbe hat, ihren Namen gab: Milano. Name der Suppe: Minestrone Milanese, klaro. Name des Spiels, Inter gegen AC (und das zum 270. Mal): „Derby della Madonnina“. Schön. (Kann man sich ungefähr so wie das auch schon sehr alte Derby „Darwin gegen Gott“ vorstellen, auch wenn das hier ein bisschen verkürzt rüberkommen mag.) Was gibt’s dazu zu sagen? 1. Beckham wurde in der 57. Minute für Pippo Inzaghi ausgewechselt. 2. Das 1:0 für die Nerazzurri durch Adriano war irregulär, denn der brasilianische Sturmtank, der trotz der ganzen Disko- und Alk-Eskapaden ziemlich flott aufspielte, brachte den Ball mit dem Arm im Milan-Tor unter. Aber der hat ja so mächtige Arme, da kann man gar nicht immer genau erkennen, ob die nicht vielleicht zu seinem mächtigen Oberkörper dazugehören (was auch vom Alk herrühren könnte, doch wir wollen nicht unken, Depressionen sollen ja der Grund seiner ganzen Verfehlungen gewesen sein, Prost). 3. Inter gewann die Chose knapp mit 2:1 (Stankovic schaffte es nach vergebenen 1000prozentigen Chancen doch noch, den Ball im Tor unterzubringen, und Pato sorgte nach einem Ronaldinho-Zauberpass, der an alte Barca-Zeiten erinnerte, für den Anschluss). Und da Juve nur ein Remis gegen Sampdoria zustande brachte, haben die Schwarzblauen nun neun Punkte Vorsprung auf den schwarz-weißen Rekordmeister und elf auf die rot-schwarzen Milanisti. Merke und beachte: Überall taucht irgendwo Schwarz auf.

Südligenbericht-Ehrenpreis für: di Vaio vom FC Bologna und Diego Milito vom CFC Genua, Nummer eins und zwei der Torschützenliste der Serie A. Bei di Vaio hätten so manche wohl gedacht, dass er überhaupt keine Tore mehr schießen würde nach seiner Tour durch Europa und der stetig absteigenden Form (außer bei irgendwelchen Charity-Spielen in der tiefsten Provinz bzw. in den trostlosesten Ghettos). Und Diego Milito ist immer noch nicht bei einem großen Verein gelandet, würde aber in jeder Liga der Welt locker seine 15 bis 20 Tore pro Saison machen, zuvor für Saragossa, nun wieder in Genua (außerdem sieht er auch noch gut aus, zumindest besser als sein Barca-Bruder).
Südligenbericht-Unehrenpreis: für Raúl, der mit seinem soundsovielten Treffer den ehemaligen Vereinskollegen di Stefano hinter sich ließ, gähn, und keine Achtung vor dem Alter.

Finanzen: ein 70-Millionen-Kredit der Banco Santander für Real, angeblich an einen Wechsel Cristiano Ronaldos geknüpft – da kann man mal sehen, wie hart die Finanzkrise manchen zusetzt. (Eigentlich bitter, wie wenig kreativ die Verantwortlichen bei Real sind, so à la: Hm, sportlich läuft’s auch nur mäßig ... und nun, hört mal, der Masterplan: Ronaldo, Messi oder Kakà holen, geil oder!? – Liebe Banco Santander, wohl noch nichts von der „Galacticos 2.0 verhindern!“-Kampagne gehört, oder wat!?)

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