Freitag, 3. Juli 2009

Der Akustikbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Trööööööööööööööööööööt!!!!!!!!!!!!!!

So langsam geht auch mir auf, warum Spanien nicht den Confed-Cup gewonnen hat (abgesehen davon, dass er vielleicht einigen Spielern doch ein wenig am Arsch vorbei ging, wie man das früher so nannte): Die Plastetröten des höchst einfallsreichen Publikums in Südafrika waren schuld!

Da ich natürlich keine bösartige Kulturimperialistin bin, verbuche ich den (übrigens zu dieser ganzen Confed-Farce passenden) Krach mal unter „exotische Eigenheiten eines anderen Landes“. Allerdings: So einfach ist die Sache dann doch nicht. Die zuerst diebische Freude darüber, dass Seppel Blatter demnächst wohl im Wartezimmer eines HNO-Arztes rumsitzen muss, wich ziemlich bald der Befürchtung, dass das der Sound der WM 2010 werden könnte, was wiederum heißen würde: Fußballkucken ohne Ton, was wiederum heißen würde: Fußball ohne Publikum. Und das würde heißen, dass nach der zunehmenden Verarmung des Visuellen im Stadion (Stichwort: Bengalo-Verbot) nun auch die des Akustischen folgen würde, und das auf diesem Wege, wer hätte das gedacht? – Ja, klar, diese Art des Trötens ist durchaus immer noch in manchen Fußballstadien Ostdeutschlands zu hören, allerdings sind die Dinger da aus Blech und nicht aus Plastik und es sind meistens auch nur zwei, nicht zwanzigtausend.

Doch vielleicht werden es ja bald so viele auch in europäischen, in deutschen Stadien sein. Dafür möchte zumindest ein Unternehmer sorgen, der sich vorausschauend schon vor Jahren die Rechte für den hiesigen Markt gesichert hat. Dann wären die Zeiten vorbei, in denen man im Stadion die Augen schließen und nur anhand der für den Fußball so typischen Geräusche erkennen konnte: nun dringen sie in den Strafraum ein!, der blöde X hat sich mal wieder verdribbelt, haha!, ach, der simuliert doch bloß!, oh Gott, dieser Chancentod! ... und auch die Gesänge, ob Schmäh, ob Huld, wären dann verschwunden ... Und damit hätten wir dann den Salat: endgültiger Untergang des Abendlandes!

Wer nicht untergehen möchte, schaut mal hier vorbei. Den anderen kann noch die Spengler-Lektüre ans Herz gelegt werden, und die FAZ zum Thema.

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