Freitag, 9. April 2010

Der Südligenvorbericht von Catherine Zeta-Bohlen

Keine Vorentscheidung wird kommen

Da sind sich die Kapitäne Barcas und Reals (auch „el Madrid“ genannt), Carles Puyol und Iker Casillas, einig. Beide sind verbal nicht so die Haudraufs und geben sich gegenüber dem „kicker“ (Nr. 29 vom 8.4.2010) daher eher bedächtig, was den an diesem Sonnabend (Anstoß 22:00 Uhr) anstehenden Clásico betrifft: wichtig sei das Vertrauen auf die eigene Stärke. 

Eines scheint gewiss: Ein Debakel wie im letzten Jahr in Madrid (die Weißgewandeten rannten bei der 2:6-Pleite meist verzweifelt dem Ball hinterher, während bei Barca selbst die Innenverteidiger Tore schießen durften) wird es wohl nicht geben. Die Hinspielniederlage im Camp Nou soll mindestens egalisiert werden, da am Ende, bei Punktegleichheit, der direkte Vergleich zählt. Es wäre der dreizehnte Liga-Sieg in Folge für Real (zum Glück gibt’s den Konjunktiv!). 

Bei Barca kommt die Kombinationsmaschinerie langsam in die Gänge (der „kicker“ schrieb von der „Übermacht“ Barca), wie zuletzt bei den Spielen gegen Athletic Bilbao und Arsenal London. Real dagegen spielt fast den gleichen Testosteron-Fußball der letzten Saison, bei dem viel über Konter, Freistöße und fragwürdige Elfmeter läuft. 

Fehlen werden auf Seiten Barcas wohl Ibra, Abidal und Piqué. Bei Real vermutlich Kakà, der, ähnlich wie Benzema, seiner früheren Form hinterherläuft. Der brasilianische Staatspräsident sinnierte unlängst über einen wohltuenden Vereinswechsel seines Landsmanns. Wichtigste Frage wird aber sein (neben der, wie doll Messi zusammengetreten wird), ob Cristiano Ronaldo aka C-Ron mit Mundschutz tatsächlich schneller ist als ohne. Und warum Florentino Perez, Baulöwe und Real-Präsi, eigentlich nicht anstelle des Estadio Bernabeu eine Kopie der Alte Försterei (genau: die in Berlin-Köpenick) errichten lässt – in den USA soll das ja geschehen. (Geld schießt ja bekanntlich keine Tore, kann aber Stadien abreißen und andere errichten lassen. Geil dieses Geld.) 

Messi bleibt übrigens gelassen: „Fußball, Barca, Familie: Das ist mein Leben.“ – Die New-School-Variante von „Kaiser, Gott und Vaterland“. 

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